Enrico Filippini Preis

Enrico Filippini Preis

Enrico Filippini (Locarno 1932 – Rom 1988) war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Als junger Lehrer in Ascona, als hochbegabter Philosophiestudent, als Übersetzer von Husserl, Benjamin, Grass, Frisch und Dürrenmatt, als Lektor bei Feltrinelli, Saggiatore und Bompiani. Über seine Interviews mit Foucault, Barthes, García Márquez oder Enzensberger, die er für la Repubblica führte, schrieb Umberto Eco: «Das sind keine zu kopierenden Vorlagen, sie sind unnachahmlich».

Ein Filippini gewidmeter Preis soll Personen und Initiativen auszeichnen, die in der Welt der Bücher voller Mut, Kreativität und Erfindungsreichtum tätig sind.

Der nach einer Idee von Irene Bignardi und Paolo Mauri ins Leben gerufene Enrico Filippini Preis wird in diesem Jahr an den Zürcher Diogenes Verlag und dessen Verleger Philipp Keel vergeben.
 

Diogenes Verlag

Vielfältig, substantiell und überraschend – so sieht das Programm des Diogenes Verlag aus. Vor genau siebzig Jahren 1952 von Daniel Keel in Zürich gegründet, besass das Haus von Anfang an einen ganz eigenen Charakter. Herausragende Zeichner wie Sempé und Tomi Ungerer fanden hier ihre verlegerische Heimat. Tomi Ungerers Liederbuch prägte ebenso wie seine Bilderbücher ganze Generationen. Immer wieder gelang Diogenes eine originelle Mischung aus Bewährtem und Neuem. Neben Klassikern wie Balzac, Tschechow und Mark Twain finden sich Krimiautorinnen wie Patricia Highsmith, Ingrid Noll und Donna Leon. Mit Alfred Andersch und Friedrich Dürrenmatt schrieb Diogenes Literaturgeschichte. Später gingen die Romane von Patrick Süskind und Bernhard Schlink um die Welt. Bis heute hat sich das Haus seine Unabhängigkeit bewahrt und macht mit einem weit gespannten Panorama von sich reden, auch im Bereich der italienischen Kultur (von Fellini bis zu Tamaro). Mit Einfallsreichtum und grossem verlegerischem Geschick führt Philip Keel seit 2012 die Tradition seines Vaters fort und setzt eigene Akzente.

Maike Albath
 

Alle PreisträgerInnen
 

Jahr       PreisträgerInnen Laudatio
2022 Philipp Keel, Diogenes Verlag Maike Albath
2021 Jean Richard, Éditions d’en bas Fabio Pusterla
2020 Emilia Lodigiani und Pietro Biancardi, Iperborea Paolo Di Stefano
2019 Elisabetta Sgarbi, La Nave di Teseo Roberto Cotroneo
2018 Jorge Herralde Carlo Feltrinelli
2017 Romano Montroni Vito Mancuso
2016 Teresa Cremisi Benedetta Craveri
2015 Renata Colorni Claudio Magris
2014 Klaus Wagenbach Inge Feltrinelli
2013 Bernard Comment Paolo Mauri