Enrico Filippini Preis

Enrico Filippini Preis

Enrico Filippini (Locarno 1932 – Rom 1988) war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Als junger Lehrer in Ascona, als hochbegabter Philosophiestudent, als Übersetzer von Husserl, Benjamin, Grass, Frisch und Dürrenmatt, als Lektor bei Feltrinelli, Saggiatore und Bompiani. Über seine Interviews mit Foucault, Barthes, García Márquez oder Enzensberger, die er für la Repubblica führte, schrieb Umberto Eco: «Das sind keine zu kopierenden Vorlagen, sie sind unnachahmlich».
Ein Filippini gewidmeter Preis soll Personen und Initiativen auszeichnen, die in der Welt der Bücher voller Mut, Kreativität und Erfindungsreichtum tätig sind.
Der nach einer Idee von Irene Bignardi und Paolo Mauri ins Leben gerufene Enrico Filippini Preis wird in diesem Jahr an den Verlag Éditions d’en bas aus Lausanne und an Jean Richard vergeben. Die Laudatio hält Fabio Pusterla.

Die Éditions d’en bas

Gegründet wurden die Éditions d’en bas 1976 in Lausanne auf Initiative des Waadtländischen Soziologen, Umweltaktivisten und sozialistischen Politikers Michel Glardon (1943-2003), der im Dunstkreis des Verlags ein dichtes Netzwerk von MitarbeiterInnen und UnterstützerInnen bildete. Seitdem entwickelte sich – auch mit Jean Richard als Verlagsleiter – eine immer stärkere Sensibilität für periphere Kulturen und für neue Perspektiven im literarischen, sozialen und politischen Leben. In den letzten Jahrzehnten haben die Éditions d’en bas in diversen Buchreihen die Kämpfe der sozialen Bewegungen durch eine bemerkenswerte Anzahl an Veröffentlichungen von Sachbüchern und Tatsachenberichten über historische, soziologische und politische Themen, Zeugnisse und Lebensgeschichten begleitet und dokumentiert. Nicht zu vergessen sind die Titel von führenden (nicht ausschliesslich) Schweizer AutorInnen. Von grosser Bedeutung ist der Schwerpunkt auf der italienischsprachigen Schweizer Belletristik und Poesie, mit zahlreichen Übersetzungen von Tessiner AutorInnen (Alberto Nessi, Fabio Pusterla, Yari Bernasconi, Giovanni Orelli, Anna Ruchat und andere). Alles gute Gründe für die Vergabe des nach Enrico Filippini benannten Preises an die Éditions d’en bas.

Alle PreisträgerInnen
 

Jahr       PreisträgerInnen Laudatio
2021 Jean Richard, Éditions d’en bas Fabio Pusterla
2020 Emilia Lodigiani und Pietro Biancardi, Iperborea Paolo Di Stefano
2019 Elisabetta Sgarbi, La Nave di Teseo Roberto Cotroneo
2018 Jorge Herralde Carlo Feltrinelli
2017 Romano Montroni Vito Mancuso
2016 Teresa Cremisi Benedetta Craveri
2015 Renata Colorni Claudio Magris
2014 Klaus Wagenbach Inge Feltrinelli
2013 Bernard Comment Paolo Mauri