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Hans Magnus Enzensberger - Von kleinen und grossen Debakeln

Gespräch mit Hans Magnus Enzensberger zum Thema: «Triumphe halten keine Lehren bereit, Misserfolge befördern die Erkenntnis».

Hans Magnus Enzensberger

Der Autor, Übersetzer und Herausgeber Hans Magnus Enzensberger (*11.11.1929 in Kaufbeuren) ist einer der bedeutendsten deutschen Intellektuellen. Nach seinem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Erlangen (mit Zwischenstationen in Freiburg, Hamburg und Paris) promovierte er 1955 über die Poetik Clemens Brentanos. Enzensbergers umfangreiches essayistisches und literarisches Werk ist von einer unerschöpflichen Schaffensfreude und der lustvollen Auseinandersetzung mit den wichtigen Themen unserer Zeit geprägt. Nach zahlreichen längeren Auslandsaufenthalten u.a. in der Sowjetunion, Norwegen, USA und Italien lebt er heute in München.
Enzensberger und sein Werk sind vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Deutschen Kritikerpreis, dem Georg-Büchner-Preis, dem Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf und dem dänischen Sonning-Preis. Mit seinem klugen Gespür für Themen und Trends gilt Hans Magnus Enzensberger als wichtigster Kopf unter den deutschen Schriftstellern seiner Generation. Immer wieder mischt er sich in den politisch-gesellschaftlichen Diskurs ein, ohne sich auf eine starre Position festlegen zu lassen. Als Herausgeber des „Kursbuchs“ (1965-1975) wurde er zur Leitfigur der Studentenbewegung und der sich formierenden außerparlamentarischen Opposition. Mit den inhaltlich politischen und stilistisch-formell virtuosen Gedichten in die „Verteidigung der Wölfe“ (1957) brachte Enzensberger einen neuen Ton in die deutsche Lyrik ein. 1980 gründete er zusammen mit Gaston Salvatore die Zeitschrift TransAtlantik und gab von 1985-2007 mit Franz Greno „Die Andere Bibliothek“ heraus. Besonders am Herzen liegt ihm die kulturelle Vielfalt Europas: 1987 erschien seine Essaysammlung „Ach Europa! Wahrnehmungen aus sieben Ländern“, zwei Jahre später die EG-Kritik "Brüssel oder Europa – eins von beiden". Ein Autor mit einem derart umfangreichen und vielfach ausgezeichneten Werk könnte mit 81 Jahren stolz und altersweise zurückblicken, statt dessen amüsiert er sich Ende 2010 über „Meine Lieblingsflops, gefolgt von einem Ideenmagazin“ – einem Buch über seine größten Rückschläge und gleichzeitig eine funkensprühende Sammlung scharfsinniger Gedanken und Ideen.