Unsere Odysseen

Unsere Odysseen

Nach einer zweijährigen Odyssee namens Pandemie sind wir (vielleicht) kurz davor, auf unserem Ithaka zu landen. Die Welt hat eine Reise ins Ungewisse angetreten, unsere Sicherheiten sind ins Wanken geraten und Schwächen, Schwierigkeiten und Sorgen traten zutage. Jede Reise hat ein Ende und immer ist man danach verändert. Oft fühlt man sich verloren, so wie der Held des Ulysses von Joyce: ein hundert Jahre altes Werk, das von der Angst vor dem Schiffbruch in der Moderne erzählt und dabei nichts von seiner subversiven Kraft verloren hat. Der von Homer geschaffene Mythos lebt in uns allen weiter mit den Ängsten, dem Entdeckerdrang und der Unrast, die auch Dante in einem berühmten Höllengesang aufgegriffen hat. Wer schreibt, hält in seinen Texten erfundene oder erlebte Odysseen fest: in Ascona werden wir uns mit den Gästen auf die Reise machen, um Hoffnungsschimmer aufblitzen zu sehen.

Paolo Di Stefano
Künstlerischer Leiter