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Wo das Glück wohnt

Peter Holtz, der «glückliche» Protagonist des Romans von Ingo Schulze, ist in der DDR mit Brot und Marxismus grossgezogen worden. Er glaubt mit demselben Enthusiasmus an die Ordnung der Bundesrepublik, mit der er vorher an das kommunistische Deutschland geglaubt hat. Er hat es nicht erwartet, aber die Wiedervereinigung hat für ihn zur Folge, dass er in der Marktwirtschaft reich wird. Er fragt sich: «Was ist nützlich? Das, was einem nützt oder was allen nützt?» Seine Antwort ist unmissverständlich: «Das ist gut, was allen nützt.» Doch wie verträgt sich das damit, dass er Millionär ist? Zwei Systeme werden hier auf radikale Weise hinterfragt: der Sozialismus und der Kapitalismus. Wo wohnt das Glück, das Holtz sucht?

Sprache: Deutsch; Simultanübersetzung: Italienisch/Französisch

Ingo Schulze

Ingo Schulze, geboren 1962 in Dresden, ist einer der bekanntesten und von der Kritik am meisten geschätzten deutschen Autoren. Nach dem Studium der klassischen Philologie arbeitete er als Dramaturg und Redakteur in Altenburg. Seit 1993 lebt er in Berlin. 1995 erschien sein Erstlingswerk, der nach einem Aufenthalt in Sankt Petersburg entstandene Erzählband 33 Augenblicke des Glücks (Berlin Verlag). Der grosse Erfolg kam drei Jahre später mit Simple Storys (Berlin Verlag, 1998), für das er mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2005 widmete sich Schulze in Neue Leben (Berlin Verlag) erneut dem Thema des heutigen Deutschlands und der Wiedervereinigung. 2006 erhielt er den Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum. Seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt; besonders nennenswert Handy. Dreizehn Storys in alter Manier (Berlin Verlag, 2007) und Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst (S. Fischer, 2017). Jüngst erschien Die rechtschaffenen Mörder (S. Fischer, 2020).

 

Bibliografie

Die Bibliografie finden Sie hier.

Joachim Sartorius - Moderation

Joachim Sartorius, geboren in Fürth (Bayern), lebt in Berlin und Syrakus. Er war von 1996 bis 2000 Generalsekretär des Goethe-Instituts in München und von 2001 bis 2011 Intendant der Berliner Festspiele. Er veröffentlichte acht Gedichtbände, zuletzt Für nichts und wieder alles (Kiepenheuer & Witsch, 2016), die Reisebücher Die Prinzeninseln (mare, 2009) und Mein Zypern (mare, 2013), sowie zahlreiche in Zusammenarbeit mit Künstlern entstandene Bücher. Er ist Herausgeber der Werkausgaben von Malcolm Lowry und William Carlos Williams sowie viel beachteter Anthologien u. a. Atlas der neuen Poesie (Rowohlt, 1995), Minima Poetica (Kiepenheuer & Witsch, 1999) und Alexandria Fata Morgana (Deutsche Verlagsanstalt, 2001). Für sein Gesamtwerk wurde er 2019 mit dem August-von-Platen Preis ausgezeichnet. Joachim Sartorius ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.