Enrico Filippini Preis an Iperborea

Enrico Filippini Preis an Iperborea

Enrico Filippini (Locarno 1932 – Rom 1988) war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Als junger Lehrer in Ascona, als hochbegabter Philosophiestudent, als Übersetzer von Husserl, Benjamin, Grass, Frisch und Dürrenmatt, als Lektor bei Feltrinelli, Saggiatore und Bompiani. Über seine Interviews mit Foucault, Barthes, García Márquez oder Enzensberger, die er für la Repubblica führte, schrieb Umberto Eco: «Das sind keine zu kopierenden Vorlagen, sie sind unnachahmlich».
Ein Filippini gewidmeter Preis, in seinem Ascona, soll Personen und Initiativen auszeichnen, die in der Welt der Bücher voller Mut, Kreativität und Erfindungsreichtum tätig sind.
Der nach einer Idee von Irene Bignardi und Paolo Mauri ins Leben gerufene Enrico Filippini Preis wird in diesem Jahr an den Verlag Iperborea und an Emilia Lodigiani und Pietro Biancardi vergeben.

Iperborea

Der 1987 von Emilia Lodigiani gegründete und heute von ihrem Sohn Pietro Biancardi geleitete Mailänder Verlag Iperborea wurde ins Leben gerufen, um die nordeuropäische Literatur in Italien bekanntzumachen und bietet mit Werken von unveröffentlichten oder neuübersetzten Klassikern und NobelpreisträgerInnen sowie den herausragendsten Erzählstimmen der Gegenwart höchste Qualität. Verlegt werden AutorInnen aus den skandinavischen Ländern, aber auch baltische, niederländische und isländische Literatur (u. a. die mittelalterlichen Sagen), eine Reihe Kinderbücher, I Miniborei, eine den Mumins von Tove Jansson gewidmete Reihe und seit 2018 The Passenger, Bücher-Zeitschriften mit Berichten, literarischen Reportagen und essayistischen Erzählungen über je ein besonderes Land und dessen Bewohner. Seit 2014 organisiert der Verlag zudem in Mailand und in verschiedenen anderen Städten Italiens «I Boreali», ein Festival zur Kultur des Nordens.